Kho Yao Noi – Paradies für Naturliebhaber

Das Paradies muss man nüchtern genießen

An unserem ersten Tag auf Kho Yao Noi haben wir erst einmal die nähere Umgebung erkundet.  Die Tha Khao Bay hat uns magisch angezogen. Es war gerade Ebbe, und so konnten wir mehrere hundert Meter hinausgehen. Es war wie Wattwandern in Cuxhaven, nur nicht so matschig.

Da wir noch ein paar Besorgungen zu machen hatten, wanderten wir auch in die nächste kleine Siedlung, in der es einen Supermarkt geben sollte. Der Supermarkt erwies sich als Krimskramsladen mit einem breit gefächerten Angebot: Lebensmittel, Drogerieartikel, Tankstelle und Waschsalon in einem. Von manchen Artikeln gab es sogar zwei verschiedene zur Auswahl.

Eigentlich war mir nach einer  Flasche Wein. In ungefähr einem Kilometer in die andere Richtung sollte ein weiterer Supermarkt sein. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir ein Hinweisschild zu einem Wasserfall. Wir bogen in einen breiten Weg ab, der an einigen Hütten vorbei in Richtung Dschungel führte. Die andere Seite des Weges war gesäumt von Mangrovenbäumen.

Der Weg endete, und linker Hand führte ein schmaler Pfad in den Wald. Er endete an einem kleinen Wasserfall.

Wieder zurück an der Straße erreichten wir nach einem weiteren Kilometer den Tha-Kaho-Pier. Hier herrschte reges Treiben. Männer waren damit beschäftigt, Netze und Boote zu richten, Tuk-Tuks kamen und fuhren ab. Mehrere Bars, Restaurants und Imbisse reihten sich um die Pier-Area. In den Shops wurden handgefertigte Batik und sonstige kunsthandwerkliche Gegenstände angeboten.

Ein großes Schild wies Ankömmlinge auf Sitten und Gebräuche der muslimisch geprägten Insel hin.

Auch ein Supermarkt war zu finden, der um einiges größer, als der im vorherigen Ort war. Nachdem ich das Schild gelesen hatte, war mir klar, dass es auch hier keinen Alkohol geben würde, bis auf Bier, das hier wohl eher als Nahrungsmittel gilt. Diese Sitte hat wahrscheinlich ein Bayer eingeführt.

Eine Inselrundfahrt mit feuchtem Abschluss

Am darauffolgenden Tag holte uns ein Tuk-Tuk zu einer Inselrundfahrt ab.

Die Fahrt ging auf der Küstenstraße, eine der wenigen betonierten Straßen auf Kho Yao Noi, in Richtung Norden. Unser Fahrer bog nach rechts in einen Feldweg, und wir befanden uns in einem Fischerdorf mit einfachen Hütten.

Als nächstes stoppte der Fahrer an einer Kautschuk-Plantage. In die Bäume waren Rillen gekerbt, damit der Saft der Bäume in die  angebrachten Töpfe fließen kann. Unser Fahrer erklärte uns, dass Kautschuk eine der Haupteinnahmequellen der Insel sei. Für ein volles Töpfchen erhält der Plantagenbesitzer 50 Baht. Die Füllung des Topfes dauert je nach Baumgröße ein bis drei Tage.

Die weitere Fahrt ging vorbei an Reisfeldern, auf denen Büffel grasten, auf deren Rücken Reiher saßen und sich ihrerseits ihre Mahlzeit zusammenpickten.

Wir hielten an einer Kokosnuss-Plantage. Der Plantagenbesitzer hatte seine Farm nach unserem letzten Hotel „Coconut Garden“ genannt. Es ließ sich aber nicht mehr feststellen wer wen plagiatiert hatte. Im Angebot war frischer Kokosnuss-Saft.

Weiter ging es über Huckelpisten durch ländliches Gebiet, bis wir wieder auf einer festen Straße waren, die in einen größeren Ort führte. Hier gab es mehrere Shops, Reparaturwerkstätten und auch eine Schule.

Der Fahrer kündigte uns den Höhepunkt des Ausflugs an, den Sunset-Point. Die Wolken über uns wurden immer dichter. Als wir den Sunset-Point erreichten, war die Sonne nur zu erahnen.

Wenig später begann ein heftiger Regenschauer, den wir aber trocken unter der Plane des Tuk-Tuks überstanden. Der Fahrer verlangte für die 3-stündige Fahrt 800 Baht, umgerechnet 20 Euro.

Am Abend hatten wir noch Besuch von netten Haustieren.

Bootsausflug – durch den Dschungel gejagt und beinahe vom wilden Affen gebissen

Für unseren letzten Tag auf Kho Yao Noi hatten wir uns vorgenommen, die Inselwelt zu erkunden und ein Longtailboot gechartert, das am Tha Khao Pier auf uns wartete. Der nette Sohn unseres Vermieters fuhr uns mit dem Moped dort hin.

Wir hatten für 2.000 Baht, etwa 50 Euro, ein Longtailboot für den ganzen Tag gechartert. Unser Bootsführer Muus und wir waren eigentlich alte Bekannte, denn er hatte uns zwei Tage zuvor den Weg zur Kaffeebar gewiesen.

Wir konnten es uns an Bord gemütlich machen, denn wir waren die einzigen Gäste. Immer wieder tauchten neue Felsen und Inseln im türkisblauen Meer auf.

Das Boot fuhr in einen schmalen Felsspalt, und plötzlich waren wir in einem mit türkisblauem Wasser gefüllten Kessel, umgeben von hohen Felsen und Mangroven. Vor uns waren bereits Boote angekommen, deren Passagiere im klaren Wasser schwammen.

Als nächstes legten wir auf der Insel Kho Hong an, die Teil des Thanbo Khoranee  Nationalparks ist. Nachdem wir den Eintritt von 300 Bath pro Person entrichtet hatten, konnten wir die Insel betreten. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und planschten im warmen Wasser.

In der Hoffnung, die Karstquelle zu finden, von der wir gelesen hatten, wagten wir uns auf einem schmalen Pfad in den Dschungel. Leider führte die Quelle kein Wasser, dafür entdeckten wir aber eine bunte Taube. Eines habe ich hierbei gelernt: Man sollte nie, nie, niemals (!!!) nur mit einem Handtuch und einem Bikini bekleidet in einen tropischen Dschungel gehen, wenn man nicht von einem Schwarm stichwütiger Moskitos zurück an den Strand gejagt werden will.

Der nächste Bootsstopp war auf der Insel Kho Lao la Ding. Auch hier wieder feiner weißer Sand und türkisblaues Wasser, das zum Baden einlud.

Vorbei an wunderschönen Felsen steuerten wir unser letztes Ziel, die Insel Kho Pak Bia an. Die Landschaft hier unterschied sich wesentlich von dem, was wir bisher gesehen hatten. Sie ähnelte wegen der eingesetzten Ebbe  der Schlicklandschaft am Wattenmeer, nur mit mehr Geräuschen.

Muus erklärte uns Flora und Fauna und wies auf Besonderheiten hin.

Im hinteren Teil der Insel gab es wieder einen Strand mit feinem weißen Sand. Auf der Schaukel wähnte ich mich im Paradies. Hätte es jetzt noch einen leckeren Cocktail gegeben, wäre alles perfekt gewesen.

Als wir das Ende der Insel erreicht hatten, war der Akku unseres Fotoapparates leer. Wir gingen zusammen zum Boot zurück, um einen vollen Akku zu holen. Während Burkhard mit Muus in ein Gespräch über Frauen verwickelt war, eilte ich noch einmal zum Inselende, um noch Fotos zu machen und einem dringenden Bedürfnis nachzukommen.

„Der Affe ist dir den ganzen Weg gefolgt“ meinte Burkhard. Klar, ein Affe, hier mitten in der Adamanensee. Verkohlen lasse ich mich nicht!!! Da er aber wie immer so ein ehrliches Gesicht machte, riskierte ich einen Blick zur Seite, und da saß wirklich ein Affe, der auf Krebssuche war.

Wenig später stürzte sich der Affe ins Wasser und schwamm zur Nachbarinsel.

Den Rest der Fahrt verbrachten wir wieder entspannt an Bord und genossen die Aussicht.

Der Abschied von Kho Yao Noi fiel uns sehr schwer. Wir haben selten so viel unberührte Natur gesehen, deshalb haben wir auch einen Galeriebeitrag mit den schönsten Bildern eingestellt.

Selten sind uns auch so fröhliche und aufgeschlossene Menschen begegnet, was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass hier der Tourismus noch nicht mit seinen negativen Aspekten zugeschlagen hat.

Angesichts der Lebensumstände im „Paradies“ wird auch hier sicherlich bald erkannt werden, um wie viel leichter es sich leben lässt, wenn freigiebige Touristen nach dem Motto „was kostet die Welt“ ihre Brieftasche bereitwillig öffnen.

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